2008/12/02

Das Flex in Wien will nicht zusperren
















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ALLEFLEX FILESMEDIEN


Die polizeiliche Kulturarbeit im Flex

Seit August ist Schluss mit lustig. Beinahe täglich parken sich gegen 4 Uhr Polizeiautos und Busse vor dem Flex ein und kontrollieren die Einhaltung der gesetzlichen Barsperrstunde. Nun ist das Flex eigentlich keine Bar, sondern vielmehr ein Veranstaltungsort für moderne, urbane und alternative Musikgenres abseits von Kommerzhütten a la Praterdome und Nachtschicht. Genaugenommen, der erfolgreichste und beliebteste Club laut diversen Rankings, wie der 1. Platz als beliebtester Musik Club Österreichs im Radio FM4 Publikumsvoting 2007 belegt.

Besagte Kommerzdiscos haben selbstverständlich eine Sperrstundenerstreckung bis 6°°.
Diese wird dem Flex seit nunmehr 13 Jahren verweigert- von der Polizei als zuständige Behörde verweigert. Begründung: Das FLEX habe bereits die Sperrstunde übertreten und um das Lokal gäbe es zu viele Straftaten. Genaugenommen 600 polizeiliche Anzeigen im Zeitraum 1.Jänner 2008 bis September 2008, wegen Raubüberfall, Körperverletzung, Diebstahl, Drogenhandel und, und, und.

Dem möchten wir gar nicht widersprechen. Im Gegenteil: Die Dunkelziffer ist viel höher.
Gerade deswegen intervenieren wir vom Flex seit Jahren im Rathaus, dass die Polizei gegen die Drogenszene im Bereich Augartenbrücke und U- Bahn Station Schottenring vorgeht und unsere Gäste vor Übergriffen schützt. Genaugenommen begann der ganze Spuk vor 3 Jahren mit der Zerschlagung der "Drogenszene Schwedenplatz". Diese wurde dem Flex regelrecht vor die Haustür getrieben und es entwickelte sich im Bereich Augartenbrücke mangels polizeilicher Verfolgung eine Art Drogennaschmarkt inklusive Jahrmarktgeschrei.

Aufgrund unserer ständigen Beschwerden wurde ab Juli 2008 die Polizeiarbeit auf der Augartenbrücke und Umgebung intensiviert. Im Zuge dieser Offensive fiel einigen Inspektoren der alte leidige Flex Schwachpunkt, die Sperrstunde, wieder ein. Sogleich wurde dann täglich kontrolliert. Dabei kam es auch zu so absurden Situationen, wo die Dealer die ganze Nacht unbehelligt im Spalier beim Brückenabgang Heroin, Kokain, Ecstasy und Haschisch verkauften und die Polizei um 4°° mit 15 Mann das Flex schlossen und das oft in einem Tonfall, der allen Besuchern und Mitarbeitern das Gefühl geben musste, man sei böse und schlecht, wenn man überhaupt dort ist.

Selbstverständlich haben wir die Sperrstunde übertreten. Genaugenommen kann ein Club von der Grösse des Flex mit den vielen Künstlern, die sehr teuer eingeflogen werden ohne Sperrstundenverlängerung nicht überleben. Das ist genau der Punkt. Weite Teile des Polizeiapparates möchten das Flex gerne schliessen. Zumindest aber, uns das Leben so schwer wie möglich machen: Keine Dealerverfolgung ohne ständige Intervention und rigorose Sperrstundenkontrollen. Die Begleitkriminalität wird dem Flex in die Schuhe geschoben. Oft gehörter Satz von Polizisten: " Gäbe es kein Flex, gäbe es auch keine Drogen".
Jawohl, ohne Banken keine Banküberfälle und ohne Autos keine Autounfälle.

Diese polizeilichen Anfeindungen verfolgen uns seit 1993, als die Bauverhandlungen zur Errichtung des Flex stattfand. Seither fanden Dutzende Behördenverhandlungen statt.
Von der Polizei gab es ausschliesslich negative Stellungnahmen. Aufgestachelt vom damaligen leidenschaftlichen Flexgegner, ÖVP Berzirksvorsteher Dr. Richard Schmitz.

2008 etwas hat überlebt. Seit neuestem bekämpft auch die aktuelle ÖVP Bezirksvorsteherin Dr. Ursula Stenzel das Flex. Genaugenommen unterstützt Sie einen gewissen Dr. Johann Etienne Korab. Im Brotberuf Anwalt. Dieser wohnt neben der Polizeistation Deutschmeisterplatz und hat ein grosses Problem.

Erraten!! Dieses Problem heisst Flex. Seit nunmehr 3 Jahren arbeitet Herr Dr.Korab an seinem Projekt, das Flex zu schliessen. Mit beinahe biblischem Hass versucht er, Druck auf die Gemeinde Wien auszuüben, unseren Mietvertrag zu kündigen. Seine angebliche Motivation: Seinem Sohn, wurden bei der U-Station Schottenring Drogen angeboten, eine Kotzlacke vor seinem Haus, ein Kratzer in seinem Jaguar und die Tatsache, dass er von seiner wunderschönen Wohnung aus die Dealer nächtens an der Brücke stehen sieht. Daraus zieht er die Schlussfolgerung: Schuld an all dem ist das Flex.
Bloss, seine Wohnung liegt circa 500 Meter abseits des Flex und es gibt keinerlei Beweise, dass diese Delikte von Flexgästen verübt wurden.

Wir fordern daher:

Eine Sperrstundenerstreckung für das Flex bis 6°°, wie es für eine Musikweltstadt Wien würdig wäre!

Keine Polizeirepression gegen das Flex, sondern tägliche Verfolgung der Drogendealer im Bereich Augartenbrücke!

Thomas Eller
Flexgründer & Geschäftsführer



foto www.flickr.com von malfunctional

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